Durch das Gasterntal hinauf nach Selden
Du startest am Bahnhof Kandersteg, gehst durch die Schlucht der Chluse und wanderst das Gasterntal hinauf bis zu den Hotels von Selden. Es ist die Etappe 2 des Lötschberg-Panoramawegs, in offizieller Richtung. SchweizMobil stuft sie bei Kondition und Technik als mittel ein.
Die ersten drei Kilometer führen fast flach über den Talboden von Kandersteg bis Eggeschwand. Dann steigt der Weg durch die Chluse ins Gasterntal: das Berghotel Waldhaus, zahlreiche Bergbäche und Wasserfälle, die Kander mit ihren Kiesbänken, dann Selden. Das Höhenprofil zeigt dir, wo es steiler wird.
Lieber den Anfang abkürzen? Starte an der Talstation der Gondelbahn Oeschinen oder der Luftseilbahn Sunnbüel: Jeder Start hat seine Farbe in der 3D-Ansicht und eine geschätzte Zeit im Abschnitt Alle Startpunkte. Ab Kandersteg führt auch die Etappe 14 der Via Alpina nach Adelboden, danach folgt die Etappe Adelboden → Lenk.
In Selden warten das Gasthaus Steinbock und die Haltestelle des Busses zurück nach Kandersteg. 2025 fuhr dieser Bus nur von Ende Mai bis Anfang Oktober, mit Platzreservierung: Schau dir vor dem Start die nächsten Abfahrten ab Selden an und plane deinen Tag. Lust auf mehr in der Gegend? Alle Wanderungen im Berner Oberland.

Die Geschichte des Weges
Was dort geschah, wo du wanderst, Kapitel für Kapitel.

Vom Bahnhof ins Gasterntal
Start auf 1'171 m am Bahnhof Kandersteg, Ziel auf 1'546 m in Selden. Dazwischen liegen 10.7 km sowie 460 m Aufstieg und 90 m Abstieg laut SchweizMobil. Für diese Richtung rechnet SchweizMobil mit 3 h 00 Wanderzeit, für die Gegenrichtung mit 2 h 45.
Die ersten drei Kilometer sind fast flach: Der Weg führt am Kandersteg International Scout Centre vorbei und erreicht Eggeschwand. Gleich danach folgt in der Schlucht der Chluse der erste deutliche Anstieg. Zum Essen liegt alles in Kandersteg, das letzte Restaurant ist das Gemmi vor Eggeschwand: Nimm für den Rest des Wegs genug zu essen und zu trinken mit. Unterwegs gelten die Signalisation und die Verhältnisse des Tages.

Eine Palisade gegen die Walliser
Im Mittelalter besiedelten Walliser über den Lötschenpass das Gasterntal. An der Chluse sollte eine Palisade, die 1367 erwähnte «Tülle», ihre Einfälle ins Frutigtal verhindern. Der Grenzziehung zwischen Bernern und Wallisern auf dem Lötschenpass gingen 1384 und 1419 Kriegszüge voraus.
Vom 14. Jahrhundert bis um 1820 war das Tal ganzjährig bewohnt: 8 bis 10 Familien zwischen 1374 und 1464, 12 Familien im Jahr 1812. Der Weg über den Lötschenpass zählt zu den historischen Verkehrswegen von nationaler Bedeutung; in der Chluse ist ein kurzes Stück sogar als «historischer Verlauf mit viel Substanz» eingestuft. Von 1550 bis 1650 diente der Pass vor allem dem Export von Vieh nach Italien, mit der Eröffnung des Lötschbergtunnels 1913 verlor er seine Bedeutung.

Ein Fluss, der das Tal formt
Das Gasterntal ist ein glaziales Trogtal, geprägt von der mächtigen nördlichen Felsflanke des Doldenhorns. Die Kander ist hier weitgehend natürlich: Ihre Hochwasser gestalten die Kies- und Sandbänke und die Auenwälder immer wieder um, meist dominiert von der Grauerle. Nach der Chluse führt die Route auf fast fünf Kilometern durch das Auengebiet von nationaler Bedeutung Gastereholz, kurz vor dem Ziel durch jenes der Gastere bei Selden. In der Chluse tritt sie zweimal kurz ins UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch ein, danach bleibt sie bis Selden ausserhalb.
Unterwegs wechselt das Gestein. In der Chluse führt der Weg über helvetische Gesteine der Kreidezeit, darunter den Helvetischen Kieselkalk, schwarzblau, rotbraun anwitternd und braune Felswände bildend. Kurz vor Selden führt er etwa einen Kilometer lang über den Gastern-Granit, rund 303 Millionen Jahre alt, der nach diesem Tal benannt ist.

Hotels, Tunnel und Schiessplatz
Nach 1890 kam das Gasterntal in den Sog des Kandersteger Tourismus, die noch bestehenden Hotels wurden gebaut. Um die Krise der Hotellerie aufzufangen, richtete die Armee im Zweiten Weltkrieg hier einen Schiessplatz ein. Der Weg führt direkt am Berghotel Waldhaus vorbei.
Unter deinen Füssen verläuft auch die Lötschberglinie: Der Tunnel verläuft kurz vor Selden unter dem Weg. Am 24. Juli 1908 brachen während der Bohrarbeiten direkt unter dem Gasterntal grosse Mengen Wasser und Sedimentgestein in den Stollen ein. 25 italienische Mineure kamen dabei ums Leben. Die Arbeiten ruhten rund sechs Monate, danach wurde die Stelle mit drei Kurven umfahren. Am 31. März 1911 wurde der Berg durchstossen, am 19. Juni 1913 ging die Linie in Betrieb.

Selden, am Fuss des Lötschenpasses
Die letzten Kilometer steigen der Kander entlang nach Selden, das Ziel liegt beim Gasthaus Steinbock. Kurz vor dem Ziel, beim Flurnamen Bi de Hüsere, beginnt der historische Weg hinauf zum Lötschenpass. Die nächste Etappe des Lötschberg-Panoramawegs führt von Selden zur Lauchernalp. Am ersten Augustsonntag wird in Selden die «Gasternpredigt» im Freien gehalten.
Für den Rückweg fährt der Talbus ab der Haltestelle Selden, Gasthaus Steinbock zum Bahnhof Kandersteg. 2025 verkehrte er vom 31. Mai bis 5. Oktober, mit obligatorischer Platzreservierung: Prüfe den Fahrplan des laufenden Jahres. Weiter unten auf der Seite stehen die nächsten Abfahrten.
Alle Wege zum Gipfel
3 Startpunkte bis Selden. Wähle deinen: Die 3D zeigt ihn, und «Mein Tag» rechnet neu.
Wanderzeiten ohne Pausen. Die « geschätzten » Zeiten sind auf dem swisstopo-Profil berechnet, mit einem Modell, das auf die offiziellen Etappen von SchweizMobil abgestimmt ist; der kürzeste Weg kann von dem auf den gelben Wegweisern abweichen: Folge vor Ort der Signalisation. Steigung: die steilste auf 200 m Weg. Profile im gleichen Massstab (Länge und Höhe). Bahnhöfe und Parkplätze weniger als 500 m vom Start, laut OpenStreetMap.
In Bildern
Bahnhof Kandersteg, im Hintergrund der Bire
Der Spycher im Eggenschwand in Kandersteg
Zugang zum Gasterntal: Klus
Bauernhaus und Hotel Waldhaus im Gasterntal
Gasterntal: Geltibach-Wasserfall im Gasternholz
Die junge Kander im Gasterntal, die hier durch ein Auengebiet von nationaler Bedeutung fliesst
Gasterntal, Gasternholz: Blick nach Nordwesten zum Talausgang
Im Gasterntal, Blick zum Doldenhorn
Gasterntal: Gasthaus Steinbock in Selden
Selden-Hängebrücke über die Kander, Gasterntal
Die nächsten Tage
Lokalprognose von MeteoSchweiz, stündlich aktualisiert
Prognose von MeteoSchweiz wird gelesen…
Mein Tag
Wähle Tag und Startzeit: alles rechnet sich neu.
- Ankunft in Selden
- 11:30 3 h 00 Wanderzeit ohne Pausen, Start um 08:30
Die Route, Kilometer für Kilometer
Die Orte stehen unter dem Kilometer, an dem du vorbeikommst. Über das Profil ziehen: Der Punkt bewegt sich auch in der 3D-Ansicht.
- unter 10 %
- 10 bis 20 %
- 20 bis 30 %
- über 30 %
- Brunnen oder Wasserstelle
- Toiletten
Rund um den Weg (250 m, OpenStreetMap, Auszug vom 25.10.2026): 11 Restaurants, 1 Café, 4 Brunnen und Wasserstellen, 5 Toiletten. Geschätzte Durchgangszeit: offizielle Wanderzeit nach Aufwand verteilt (1 km flach entspricht 100 m Aufstieg), Startzeit unter «Mein Tag».
Hin und zurück
Rückfahrt mit dem ÖV ab Haltestelle Selden, Gasthaus Steinbock
Nächste Abfahrten ab Selden, Gasthaus SteinbockOffizieller Fahrplan wird gelesen…
Mit dem Auto
Achtung, nur Hinweg: Die Rückfahrt mit dem öffentlichen Verkehr endet in Selden, Gasthaus Steinbock, nicht in Kandersteg. Plane die Rückkehr zum Auto mit dem öffentlichen Verkehr, oder park am Ziel und fahr mit dem Zug zum Start.
- Parkplatz im Freien, Umfahrungsstrassekostenpflichtig110 m vom Start
- Parkplatz im Freien, Aeussere Dorfstrassekostenpflichtig200 m vom Start
- Parkplatz, Oeschistrassegratis250 m vom Start
Öffentliche Parkplätze weniger als 600 m vom Start, laut OpenStreetMap: Preise und Anzahl Plätze können sich geändert haben, achte vor Ort auf die Schilder.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Wanderung von Kandersteg bis zum Ziel (Selden)?
3 h 00 Wanderzeit laut SchweizMobil in dieser Richtung, ohne Pausen. In der Gegenrichtung: 2 h 45.
Ist die Wanderung schwierig?
SchweizMobil stuft diese Etappe so ein: Kondition mittel, Technik mittel. Es sind 460 m Aufstieg auf 10.7 km.
Kann man mit dem ÖV zurückfahren?
Ja. Die Haltestelle Selden, Gasthaus Steinbock liegt am Ziel. Die nächsten Abfahrten siehst du live unter «Hin und zurück».
Wo kann man unterwegs einkehren?
12 Restaurants, Cafés und Hütten liegen weniger als 250 m vom Weg entfernt, darunter Schweizerhof, Adler, CAFE RESTAURANT AU VIEUX CHALET & Hotel. Wo sie liegen und wann sie offen sind: unter dem Profil.
Gibt es unterwegs Wasser und Toiletten?
4 Brunnen und Wasserstellen und 5 Toiletten liegen weniger als 250 m vom Weg entfernt (Stand 25.10.2026).
Kann man den Track herunterladen?
Ja, als GPX für Uhr oder Karten-App: Schaltfläche «Track herunterladen» oben auf der Seite.
Weitere Wanderungen im Umkreis von 10 km
Offizielle SchweizMobil-Etappen, die weniger als 10 km von dieser Route verlaufen. Jede Karte zeigt, ob ihre Seite schon online ist.
Adelboden → Lenk4 h 30Via Alpina, Etappe 1514.0kmDistanz700mAufstieg1’000mAbstiegTechnik leichtKondition schwer. Zur Wanderung- Kandersteg → Adelboden6 h 45Via Alpina, Etappe 1416.0kmDistanz1’400mAufstieg1’250mAbstiegTechnik mittelKondition schwer. Seite folgt
- Kandersteg, Bahnhof, Rundweg0 h 55Wageti-Rundweg4.0kmDistanz30mAufstieg30mAbstiegTechnik leichtKondition mittel. Seite folgt
- Griesalp → Kandersteg7 h 15Via Alpina, Etappe 1317.0kmDistanz1’450mAufstieg1’700mAbstiegTechnik mittelKondition schwer. Seite folgt
- Kiental → Kandersteg6 h 30Lötschberg-Panoramaweg, Etappe 120.0kmDistanz1’150mAufstieg950mAbstiegTechnik mittelKondition schwer. Seite folgt
- Selden → Lauchernalp5 h 00Lötschberg-Panoramaweg, Etappe 311.0kmDistanz1’300mAufstieg720mAbstiegTechnik mittelKondition schwer. Seite folgt
